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Was haben eine Nachbarin der Christuskirche, drei Gemeindeglieder
der EmK Waiblingen, eine Passantin, zwei Wohnsitzlose, eine
Vertreterin der Stadt Waiblingen und ein hoch verschuldeter junger
Mann gemeinsam? Sie treffen sich völlig zwanglos beim
Mittagstisch für Alle, der ab
1. September wieder jeden Mittwoch von 12 Uhr bis 14 Uhr in der
Christuskirche stattfindet.
Viele Planungen, Diskussionen und Befürchtungen gab es im
Vorfeld, bis der Mittagstisch zum ersten Mal starten konnte: Wie
erreichen wir eine gute Durchmischung? Wie werden wir mit dem
Elend umgehen, dem wir vielleicht in einigen Menschen begegnen
werden? Werden sich alle gut benehmen? Wie wird die Kooperation
mit der Erlacher Höhe funktionieren? Werden wir genügend Helfer
und Unterstützung in der Gemeinde finden?

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Am 29. Juni 2005 war es dann endlich so
weit: Premiere! Die Tür zum Untergeschoss wurde geöffnet, das
Schild „Mittagtisch für alle“ kam auf den Gehsteig, der Raum
wurde hergerichtet, die Tische dekoriert, Kaffee wurde gekocht,
die Kuchenspenden wurden aufgeschnitten, die Erlacher Höhe kam
mit dem EH-Mobil und brachte das warme Mittagessen. Mittlerweile
ist vieles bereits Routine. Die Helfer wissen, wie der Auf- und
Abbau funktioniert, man kennt die Mitarbeiter der Erlacher Höhe,
der Ablauf mit Begrüßung, Bezahlen an der Kasse und Andacht
funktioniert reibungslos.
Keine Routine, sondern äußerst spannend und manches Mal auch
sehr bewegend sind die Begegnungen der verschiedenen Menschen, die
miteinander arbeiten und/oder miteinander essen. Da essen wir alle
Frikadellen mit Gemüse: Der wohnsitzlose Mann, der ganz offen von
seinem Leben und seinen derzeitigen Schwierigkeiten, sich die
notwendigen Medikamente für seine Erkrankung nicht leisten zu können,
erzählt, neben einer Nachbarin, die mit ihrem Kind zum Essen
gekommen ist, gemeinsam mit mir und einer weiteren Helferin. Da
unterhält sich die alleinerziehende Mutter, die sich bald ihre
Wohnung nicht mehr leisten kann, ganz zwanglos mit einem tätowierten
jungen Mann von der Straße, dessen Freundin und einem Mitarbeiter
der Erlacher Höhe. Manchmal sind die Gespräche zwanglos und
lustig,
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manchmal ernst und anrührend – aber niemals langweilig.
Viele unserer Befürchtungen sind im Sande verlaufen. Aus den
„Fremden“, denen wir begegnen würden, wurden Mitmenschen, die
uns in angenehmer Atmosphäre ein Stück an Ihrem Leben teilhaben
lassen. Die Kooperation mit der Erlacher Höhe funktioniert gut.
Der Ablauf mit Auf- und Abbau, Dekoration, Essensaugabe, Begrüßung
und Andacht funktioniert reibungslos. Die von uns gewollte
Durchmischung der Teilnehmer ist gegeben. Die Arbeit ist auf genügend
Schultern verteilt. Die Helferbesprechung nach dem Aufräumen
hilft dabei, die eigenen Eindrücke und Gedanken zu sortieren und
besondere Situationen mit den Hauptamtlichen unserer Gemeinde und
der Erlacher Höhe zu reflektieren. Die Unterstützung aus der
Gemeinde ist groß: Viele arbeiten mit, sind mittwochs dabei und
helfen oder spenden Kuchen. Wir spüren aber auch, dass viele
Gemeindeglieder uns in Gedanken und im Gebet begleiten. Und so
mancher kommt einfach mal auf ein Mittagessen vorbei. Vielen Dank
an alle, die mit uns arbeiten, die an uns denken, die für uns
beten. Vielleicht begegnen wir uns ja irgendwann – beim
Mittagtisch für Alle.
Beate Harfmann
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