Ein Blick in die Geschichte

Godi_ProtokollChristoph Gottlob Müller löste von Winnenden aus eine religiöse „Erweckungs-Bewegung" aus. In England hatte er den Methodismus kennengelernt. 1831 kam er mit seiner Familie nach Winnenden und hat in seinem elterlichen Haus von seinen Erfahrungenahrung" in England erzählt.

27 Jahre lang ging Müller unermüdlich von Dorf zu Dorf, von Weiler zu Weiler, um in schlichten und zeugnishaften Ansprachen eines Laien (Müller war Metzgermeister) das Evangelium weiterzusagen. Er gewann junge Männer, die zum Glauben an Jesus Christus gekommen waren, als „predigende Laien", meist Bauern und Handwerker. Diese gingen nach ihrer Tagesarbeit in die umliegenden Dörfer um Versammlungen zu halten. Diese fanden bei Familien statt, die ihre „Wohn-Stuben" zur Verfügung stellten. In der Zeit nach Müller wurde die Arbeit organisiert. Ein Plan von 1869 zeigt das:

SonntagsblattDie Versammlungen nannten sich „wesleyanische Methodisten", nach den Gründern des Methodismus in England, John und Charles Wesley. Für alle wesleyanischen Methodisten, die als Gemeinschaft innerhalb der evangelischen Landeskirche arbeiteten, wurde ein Gesangbuch mit über 600 Liedern herausgegeben, die „Zionsharfe" (2. Auflage 1878). Gemäß dem methodistischen Grundsatz „preach and print" (predige und drucke) wurden zwei Sonntagsblätter herausgegeben: „Der Sonntagsgast" und der „Methodisten-Herold"Zeischrift Methoditen Herold

 

 

 

Auch ein Liederbuch für die Sonntagsschulen (Kindergottesdienst) erschien. Das „Missionshaus" (siehe oben) in Waiblingen wurde 1861 erworben und war das zentrale Gemeindezentrum für alle Wesleyaner im Großraum Waiblingen. Es wurde auch eine kleine „Predigerschule" eingerichtet. 5-6 „Zöglinge" (Seminaristen) waren durchschnittlich dort-meist Bauern und Handwerker. Sie bekamen eine einfache Ausbildung als Laienprediger und mussten auch das große Gelände instand halten.

 

1872 wurde staatlicherseits das „Dissidenten-Gesetz" erlassen, das die Bildung religiöser Vereine außerhalb der anerkannten Kirchen (evangelisch, reformiert, katholisch) von einer staatlichen Genehmigung unabhängig machte. Die wesleyanischen Methodisten nahmen diese „Freiheit" sofort an nachdem sie jahrzehntelang durch die Landeskirche abgelehnt, ja als Sektierer bekämpft wurden. 1873 erste wesleyanische Abendmahlsfeier in Stuttgart. 1875 erste Ordination von acht wesleyanischen Predigern. Nun war die wesleyanische Gemeinschaft eine von der Landeskirche unabhängige Freikirche.

 

Im Jahr 1932 wurde der Großbezirk Waiblingen geteilt:
Bezirk Waiblingen mit den Gemeinden Waiblingen (Sitz des Pastors), Rommelshausen, Endersbach, Großheppach, Kleinheppach, Korb und Neustadt mit insgesamt 354 Gliedern und Probemitgliedern.

Bezirk Hegnach mit den Gemeinden Hegnach (Sitz des Pastors), Neckarrems, Neckargröningen, Hochberg, Bittenfeld und Hohenacker mit insgesamt 193 Gliedern und Probemitgliedern.

Im Jahr 1927 wurde die Christuskirche erbaut. Ein Generalrenovierung erfolgte im Jahre 1977 und seit dem Folgejahr gibt es eine Orgel. Nach Abriss des Pastorenhauses im Mai 2011 wurde ein neues Gemeindezentrum erbaut und am 7. Oktober 2012 eingeweiht.

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